Zwei Tage war ich nun im Basislager des Nanga Parbat, mit 8125m der neunthöchste Berg der Welt. Das klingt gewaltiger als es ist - vom Karakoram aus gibt es einen Jeep der in lediglich einer Stunde fast bis zum Lager fährt, und dann muss man nur noch 3 Stunden laufen. Es gilt im allgemeinen als das am leichtesten zu erreichende Basislager der richtig hohen Berge wink
Der Berg selbst ist dafür um so gefährlicher: er wird der "Schicksalsberg der Deutschen" genannt, weil besonders viele Deutsche nicht mehr lebend von dort wiedergekommen sind. Während der 30er Jahre ist (laut Wikipedia) der Großteil der deutschen Himalaya-Bergsteiger hier ums Leben gekommen. Der Grund war dass der Berg teilweise auf britischem Gebiet lag und die Nazis unbedingt zuerst oben sein wollten um den Briten eins auszuwischen - hat aber nicht geklappt, die Erstbesteigung gelang erst in den 50ern. Auch später sind hier noch viele Deutsche tödlich verunglückt, wie z.B. der Bruder von Reinhold Messner. Der Berg gilt daher als gefährlicher als der Mount Everest.
Leider war ich überhaupt nicht auf das Fotografieren von Bergen vorbereitet! Deshalb kann ich gar kein vernünftiges Foto von diesem Berg zeigen (das fünfte Bild ist nicht von mir sondern aus den Wikimedia Commons). Die Gipfel in dieser Höhe sind einfach zu hell und die Wolken reflektieren unheimlich - und man müsste tagelang warten bis der Gipfel mal wolkenfrei ist... Ohne spezielles Equipment (und viel Geduld) kommt das raus was man im ersten Bild sieht - es ist alles nur eine weiße, kontrastarme Fläche :-(
Dafür habe ich zumindest ein Video von der Jeepfahrt wink


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Theoitetos: Wie immer geniale Bilder, vorallem das vom Berg am frühen morgen·


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Mit einem "Natco Express Bus" sind ich und Joachim nun über Islamabad in die NWFP ("Northwestern Frontier Province") gefahren. Die Fahrt hat 22 Stunden gedauert und führt größtenteils in ordentlicher Geschwindigkeit ohne Straßenbegrenzung nah an Schluchten vorbei... siehe auch das Video rechts. Aber wir haben zumindest den richtigen Bus erwischt, auf dem fünften Bild seht ihr was mit dem vorangegangenen Natco Express passiert ist! (kein gutes Bild, ich musste es in der Dämmerung aus dem fahrenden Bus heraus schiessen und hatte keine Zeit für bessere Einstellungen)
Der Karakoam führt auch nah am Swat-Tal vorbei, weshalb unser Bus an einer Stelle eine halbe Stunde warten musste während das Militär ein Spähfahrzeug vorausgeschickt hat um zu gucken ob die Gegend sicher ist. Mit dem Militär haben sie es allgemein hier oben, wir mussten uns auf einer Strecke von ca. 600km an fünf Checkpoints registrieren. Von anderen Trävellern welche die Strecke mit dem Fahrrad abfahren habe ich auch gehört, dass sie teilweise für Tage ein gepanzertes
Fahrzeug neben sich herfahren haben - das habe ich sogar von Leuten gehört welche die Strecke gewandert sind! Das verdirbt das Naturerlebnis wahrscheinlich ein bißchen wink Die NWFP ist ein bißchen wie der wilde Westen - karge Landschaft, staubige Straßen, und viele Männer mit Waffen. Nur dass es keine Saloons und keinen Whiskey gibt :-( In dem Ort in dem wir nach der Busfahrt nun vorübergehend Halt machen - Gilgit - sind die Leute besonders stolz darauf, einen Angriff der indischen Luftwaffe nahezu unbeschadet überstanden zu haben. Die Inder haben angeblich so schlecht geschossen, dass die lokale Militärkapelle während des Gefechts spaßeshalber auf dem Flugfeld auf und ab marschiert ist und Musik gespielt hat wink


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Lisa + David: Lieben Dank für die Postkarte! Die Story mit der Lebensmittelvergiftung im einsamen Unterschlupf ist ja gruselig... aber bisher scheinst trotzdem Du echt Glück zu haben - und das Militär hat wohl bereits damals schon geahnt, was bei uns seit einigen Tagen in der Zeitung steht; "Die Paschtunen gehen im Nordwesten Pakistans voll gegen die Taliban ab und dabei bleiben auch einige Menschenleben auf der Strecke" (extreme Kurzfassung) wink von daher hoffe ich, dass Du inzwischen schon ganz woanders bist und Dir dort keiner an die Gurgel geht! Viele Grüße·


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