Von den Visayas bin ich gestern 22 Stunden mit der Fähre nach Palawan gefahren. Für 20 Euro (incl. Unterkunft, Überfahrt und aufs Zimmer gebrachtes Essen) hatte ich eine Kapitäns-Kajüte. Ich kam mir ganz schön dekadent vor, als ich mir dann mal die normalen Passagierdecks angeschaut habe: Dort verbringen hunderte von Filippinos in 3-Stock-Betten übereinander gestapelt mit teilweise tierischer Begleitung ihre Reise.
In Puerto Princesa angekommen war ich dann nach langer Zeit endlich mal wieder nicht das einzige Weißbrot weit und breit grin So habe ich relativ bald einen Zyprioten getroffen, der ebenfalls bei der Affenhitze mit 2 Kameras usw. rumrennt ^^ Auch wenn er es nicht ganz so
übertrieben hat wie ich, mit 2.5kg Stativ, 3 Objektiven u.v.m. - ihr könnt euch ja mal meine Packliste anschauen. Auf jeden Fall heißt er Cosmas und ich konnte von ihm jede Menge lernen was Kinderfotografie angeht! Die Bilder in diesem Posting sind von ihm, schaut euch die mal an - und achtet auf dem vierten Bild auf die Hände von dem Jungen ganz rechts... wink Für Kinder sind die Philippinen im Allgemeinen ein - sehr wildes - Paradies. Sie können tun und lassen was sie wollen und werden in ihrem Entdeckerdrang von niemandem eingeschränkt. Als ich und Cosmas uns auf eine unbewohnte Insel ca. 3 Kilometer von der nächstgrößeren, bewohnten Insel haben bringen lassen und dort am Strand lagen, kam über das offene Meer über den Verlauf von ca. 1 Stunde ein kleines Ruderboot an. Drin waren nicht etwa ein paar Fischer oder eine Familie, sondern fünf kleine Kinder im Alter von 3 bis maximal 6 Jahren... ohne Begleitung. Sie haben ein bißchen am Strand gespielt, bis sie dann wieder zurückgerudert sind, wobei einer sogar hinterhergeschwommen ist. In die Schule muss scheinbar auch niemand hat man den Eindruck wenn man tagsüber übers Land fährt.
Natürlich hat das auch seine Schattenseiten - aber wenn man dort ist, ist es einfach schön anzuschauen!


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P&B: dafür lohnt sich das ganze !· Dorgal: Hi MoG, schön von dir zu lesen. Bisher super interessant. Freue mich schon auf Weiteres. Liebe Grüße, Dorothee· Jakyll: Fotos· Eva: Die Fotos sind der Hammer!·


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10 Tage bin ich inzwischen auf den Philippinen unterwegs und so langsam habe ich mich daran gewöhnt, dass die Filippinos bei meinem Anblick eine Halsstarre bekommen und der Blinzelmechanismus aussetzt. Eventuell liegt es daran, dass ich anstatt zu fliegen - was wahrscheinlich günstiger gewesen wäre - per Fähren, Jeepneys und Tricycles von Norden nach Süden mitten durchs Land fahre. Aber ist eben interessanter so - scheinbar auch für die Filippinos wink Auch bei den Moskitos bin ich extrem beliebt, meine Beine sehen inzwischen aus wie ein Streuselkuchen. Das liegt wohl daran, dass ich ihnen ihre Mahlzeit äußerst appetitanregend in meinen sexy Shorts präsentiere. Und um von NoBite und Autan abgeschreckt zu werden sind die Viecher hier einfach zu hardcore.
Gestern bin ich dann nach Zwischenstopps in Ilo-Ilo, Guimaras und Bacolod in Cebu City angekommen und habe dort mit den Interviews für mein Buch angefangen. Zunächst habe ich den deutschen Pfarrer Heinz Kulüke getroffen, der seit 15 Jahren hier arbeitet und auch am 1. Februar im Weltspiegel zu sehen war - hier ein Link
zur Episode auf ard.de (7 min.) Heute habe ich mich dann mit zwei Mitarbeitern von IJM getroffen und viele interessante Infos bekommen. Was übrigens typisch philippinisch ist: Einer der beiden - ein philippinischer Rechtsanwalt - hat gesagt er geht mit uns in das BESTE Lokal der Stadt... und wieder einmal war es nur ein Holzkohlegrill auf den Fleisch geworfen wurde, mit blankem Reis dazu, ohne Soße, Beilagen, Gemüse oder sonst etwas ^^ Kulinarisch sind die Philippinen wirklich ein Totalausfall.
Ansonsten ist die Stadt ganz schön dreckig - was auf Google-Maps z.B. wie ein Fluss aussieht, ist wenn man dort steht nicht von einer Müllkippe zu unterscheiden (Bild 1 rechts). Nachts kann man kaum 10 Meter laufen ohne über Leute zu steigen die auf dem Gehsteig schlafen. Von meiner Unterkunft aus - dem vom Lonely Planet ignorierten, aber richtig guten Elicon House - komme ich immer an einer vierköpfigen Familie vorbei, die scheinbar direkt auf der Verkehrsinsel der Kreuzung Osmena Boulevard (der Hauptverkehrsstraße hier) und Jose Rizal Street lebt. Tagsüber spielen die Kinder
dort und die Mutter verkauft Räucherstäbchen an vorbeifahrende Autos (ok sie verkauft sie nicht wirklich an die Autos, sondern an die Leute die in den Autos sitzen), und nachts schlafen sie alle neben einem Feuer das sie anzünden. Das zweite Bild ist ein Foto von ihnen - leider nicht ganz perfekt, ich hätte gerne noch ihr "Lagerfeuer" mit draufgehabt, aber es wird von dem Jungen in der Mitte größtenteils verdeckt. Böser Junge. Ich glaube ich muss einfach anfangen, massiv viel mehr Fotos aus verschiedenen Perspektiven zu schießen, momentan konzentriere ich mich hauptsächlich darauf, EINE optimale Perspektive zu finden, aber wahrscheinlich kommt man mit dem Ansatz "wild drauf los" und "richtig oft auslösen" zu besseren Ergebnissen.
Trotz der Armut wird man hier übrigens NIE angebettelt und die Leute sind wahnsinnig freundlich ohne Hintergedanken einen früher oder später in ein "high pressure" Verkaufsgespräch zu verwickeln.


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